Guten Morgen,
sitze gerade beim Frühstück und habe eine angenehme Nacht hinter mir (nachdem ich ca. 29 Stunden am Stück wach war wg. Zeitumstellung). Im Gegensatz zu gestern ist das Wetter heute nicht so prächtig. Es stürmt total, das hat sich gestern abend schon angedeutet.
Wie ist mein erster Eindruck von Tokio? Nunja, auf jeden Fall ist es eine Erfahrung. Es ist eben eine Großstadt, eher: Eine Metropole. Zu meinem Missfallen gibt es leider recht wenig altertümliche Kultur zu bewundern. Eine schöne Tempelanlage habe ich hier vor der Tür, das war's aber auch schon. Ich wollte gestern eigentlich noch in einem Park, aber mein toller Reiseführer (Marco Polo) ist so dermaßen schlecht, dass man überhaupt nix findet. Der listet nämlich nur die Metrostation, an der man aussteigen muss. Was er jedoch verschweigt: So eine Metrostation hat ein Einzugsgebiet von ca. einem Quadratkilometer. Das Meiste konnte ich deshalb auf eigene Faust nicht finden, musste mich öfters durchfragen. Tokio ist einfach nur rieeesig. Auf dem U-Bahn-Plan ist es „nur“ eine Station zum Umsteigen, in Wirklichkeit muss man unterirdisch erstmal noch nen Kilometer zum nächsten Bahnstein laufen. Könnt euch vorstellen, wie gestern abend meine Socken gequalmt haben. Naja, gequalmt ist das falsche Wort: Ich wollte eigentlich mal schön bei nen Fließband-Sushi-Mann, aber leider konnte ich keinen finden bzw. die genialen Tipps in meinem „Hitchhikers Guide to Tokio“ stellten sich als unauffindbar raus. Das schlimmste allerdings: Selbst mit Adressenbeschreibungen kommen die Einheimischen nicht weit. Die sehen nämlich so aus: „3-15-4 Tokai-Tu, Asakusa“. Heißt: Im Stadtteil Asakusa muss das Viertel Tokai-Tu ausfindig gemacht werden (!), dann im Block 15, die 4. Straße mit der Hausnummer 3 finden. Hört sich noch einfach an, aber leider hat keiner nen Plan was wo liegt. Das ist wohl auch der Grund, warum 80% der Tokianer mit einem Handy mit Navigationssystem durch die Stadt laufen und an jeder Ecke ein Lageplan hängt, die selbst die Einheimischen mit der Handy-Cam abknipsen, um sich zurecht zu finden.
Interessant ist es allerdings trotzdem. Sei es die futuristische Architektur, die Spielhallen an jeder Ecke, oder die Gertränkeautomaten an wirklich JEDER Ecke, an denen man für 120 Yen (ca. 75 Cent) vom Kaffee (vorsicht heiß, obwohl in der Dose!!), über Vittel, Coke, Sprite bis hin zu seltsamen japanischen Dosentees alles bekommt. Das ist ziemlich genial, Durst bekommt man durch seine Strapazen wenigstens nie.
So, das war's vorerst von mir aus Tokio. Werde jetzt noch ein wenig um den Block laufen und dann heute mittag mal japanisch essen gehen.
Melde mich dann aus Auckland wieder und liefere ein paar Fotos nach. Unten seht ihr mal das japanische U-Bahn-Netz, mit dem man erstmal konfrontiert wird, wenn man vom Flughafen zur U-Bahn kommt. Alles klar?!

1 Kommentar:
Lonely Planet Reiseführer hab ich doch gesagt ;) Standardausrüstung. Alles andere kannst du vergessen :) Viel Spaß noch
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