Heute war ich auf der nahegelegenen Insel Rangitoto. Mit der Fähre in 25 Minuten erreichbar, ist diese Insel - im Gegensatz zu z.B. Waiheke - unbewohnt. Die Insel ist erst vor 600 Jahren durch einen Vulkanausbruch entstanden und zählt somit zur jüngsten Insel im Hauraki Gulf. Der vulkanische Ursprung spürt man an jeder Ecke. Der erste Hike führt nämlich hinauf zum Krater. Auf dem Weg läuft man vorbei an riesigen Feldern von Lavagestein, alles ist schwarz und aufgewärmt.
Auch wenn der Tag heute nicht soo schön war, staut sich hier doch ganz schön die Hitze und der Weg wird (auch weil er nicht ausgebaut ist, sondern relativ wild über Steine und Wurzeln führt) gegen Ende ganz schön anstrengend. Leider ist beim Überspielen der Fotos was schiefgelaufen und die ganze erste Hälfte meines Trips ist irgendwo im Nirvana verschwunden. Deshalb kann ich euch leider keine Bilder vom Aufstieg und dem Krater zeigen. Vom Krater aus kann man noch ein kleines Stück weiter hoch auf eine Aussichtsplattform. Von dort oben hat man einen wunderschönen 360° Blick über den Hauraki Gulf.
Viele Touris bleiben auf der Aussichtsplattform und gehen nach ein paar Minuten den gleichen Weg wieder zurück. Wobei man relativieren muss: “Viele Touris“ bedeutet hier 6-8 Menschen. Das ist das schöne an Neuseeland: Es ist nirgendwo überlaufen. Auf jeden Fall habe ich mich dazu entschlossen, eine der späteren Fähren zu nehmen und noch eine größere Tour an der Küste zu machen. Und ich wurde nicht enttäuscht. Das erste Stück war noch relativ unspektakulär über eine flache “Straße“, auf der man auch mit so ner Mini-Lokomotive fahren kann - für das ältere Publikum der Renner. Nachdem ich dann aber eine Nebenstraße genommen habe, bin ich nach ca. 1 Stunde an einem einsamen Strand gelandet, dem McKenzie-Bay. Wirklich schön, dass dieser verlasse Strand ganz mir gehörte. Auch hier sieht man die vulkanischen Ursprünge: Der Sand ist tiefschwarz, aber ganz fein gemalen. Der perfekte Ort für ein Picknick. Unter einem Baum habe ich es mit gemütlich gemacht (es hat angefangen ein bisschen zu nieseln) und mein Baguette, Käse, Wurst, Tomaten und Ginger Bier aufgepackt und Kräfte aufgetankt. Frisch gestärkt ging es dann das letzte Stück entlang der Küste und vorbei an verlassenen alten Hütten aus den 20er und 30er Jahren. Wunderschönes Ambiente.
Rechtzeitig zur 3 Uhr Fähre war ich wieder an der Anlegestelle, um dann festzustellen, dass die Fähre erst um 3:30 Uhr fährt...und die auch noch ausgefallen ist und ich auf die letzte, die 4 Uhr Fähre warten musste. Da es nachmittags dann noch etwas zugezogen und recht windig war, war ich ganz schön durchgefroren. Deshalb erstmal einen Esquires-Latte (neuseeländischer Starbucks-Clone...meiner Meinung nach ist der Vanilla-Latte sogar besser!) am Auckland Viaduct geschnappt und jetzt spring ich unter die warme Dusche. Dann wird noch ein bisschen gelernt, ein bisschen gelesen und dann früh ins Bett...denn morgen früh um 6:30 Uhr spielt ja schon Deutschland im ersten EM-Spiel. Das dürfen wir natürlich nicht verpassen. Aber warum müssen die denn so früh spielen? Wer hat denn bitteschön diese tolle Planung gemacht? Ich sag's ja: Die Österreicher und die Schweizer. Die könnten ja mal ein bisschen nachdenken. Morgens um halb sechs Fussball spielen, pff...die kommen auf die Ideen...
Sonntag, 8. Juni 2008
Rangitoto Island
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