Seit heute mittag bin ich leider wieder alleine hier. Ramona hat wieder ihren langen Rückflug ins kalte und nasse Deutschland angetreten (30h mit 3 Zwischenstops, die Arme :( ).Naja, alleine bin ich hier ja auch wieder nicht und nass war es die letzten Tage auch, also relativiert sich das wohl wieder. Trotzdem ist es natürlich schade, denn die letzten 3 Wochen waren echt super.
Diese Woche ist hier Mid-Sem-Break, das heißt eine freie Woche während der Vorlesungszeit. Das musste natürlich ausgenutzt werden. Wir haben uns am Samstag ein Auto gemietet und sind die "Autobahn" Richtung Süden gefahren. Ziel: Rotorua!
Rotorua
Upsi, hier ist ja Linksverkehr. Ist schon etwas seltsam zu Beginn, aber man gewöhnt sich relativ schnell dran. Zum Glück sind die meisten Mietautos mit Automatik ausgestattet (für den überforderten Touri), mit ner ordentlichen Versicherung ausgestattet und soo viele Straßen gibt es hier auch nicht, verfahren also außerorts fast unmöglich. Ein paar Probleme gab's anfangs nur mit der Verwechslung von Scheibenwischer und Blinker (natürlich auch "falschrum"), die seltsamen Kreisel, in die man natürlich auch andersrum reinfahren muss und in denen man Vorfahrt hat, wenn man mal drin (wie war das nochmal bei uns?!) und der ein oder anderen seltsamen Vorfahrtsregel (der mit der längeren Abbiegedistanz hat Vorfahrt (?) )
Erste Station in Rotorua war schließlich ZORB. Bei dieser als Adrenalin-Kick beworbenen Attraktion rollt man in einem aufgeblasenen Riesenball einen Berg runter. Hörte sich witzig an, entpuppte sich vor Ort aber als recht lahm. Der "Berg" ist ein 120 Meter langer Hügel und die Bälle krochen mehr den Berg runter. Die Leute, die raus kamen, sahen auch nicht total begeistert aus, also haben wir uns die ca. 50 $ pro Nase doch lieber gespart und sind weiter zum nahegelegenen Agrodome. Dort kann man für ca. 80 $ eine einstündige Farmtour machen, inkl. Kiwiplantage-Besichtigung, Kiwi-Wein und Neuseeland-Honig-Verköstigung und jede Menge Tiere. Höhepunkt war dann eine Füttersession auf einer großen Weide mit Schafen, Lamas und den obercoolen Alpacas (Lama + Schaf = Alpaca).


Anschließend gings wieder zurück zu unserem Startpunkt. Dort folgte eine einstündige Sheepshow, bei der einem in unterhaltsamer Weise (für Senioren und Asiaten) verschiedene Schafe präsentiert, Schafe geschert, Kühe gemolken, Lämmlein gefüttert wurden. Zum Abschluss gab es dann noch eine zugegebenermaßen amüsante Vorführung mit Schäferhunden, die im Hammelsprung über die Schafe gesprungen sind. Danach gings erst mal in unser Hostel in der Innenstadt von Rotorua. Innenstadt? Alles was hier immer riesig auf dem Stadtplan aussieht, stellt sich als "übersichtlich" in Wirklichkeit heraus. Nachdem wir im Base Backpacker eingecheckt haben und uns ein wenig an die stinkende Umgebung gewöhnt haben (hier stinkt es ÜBERALL, denn überall gibt es Schwefeltherme) haben wir noch ein wenig die Stadt erkundet und sind früh ins Bett um für den nächsten Tag fit zu sein. Da ging es nämlich dann ins Hidden Valley nach Orakei Korako. Das ist ein Thermalpark. Um Rotorua gibt es unzählige von diesen Parks, deshalb sind wir etwas weiter außerhalb zu diesem kleinen aber sehr gut ausgebautem Park gefahren, der nicht von so vielen Touris überrannt war.Um es kurz zu machen: Zu sehen gab es Geysiere, Höhlen, Schwefelgebirge und faszinierende Felsformationen. Etwas, was man echt nicht alle Tage sieht.



Abends haben wir uns dann mal ein paar Stunden totale Spannung in einem riesigen Spa gegönnt. Ein Spa ist eine Art Schwimmbad, das aus vielen kleinen Becken mit unterschiedlich heißem Wasser besteht. Soweit ich das verstanden habe, kommt das Wasser auch aus diesen natürlichen Quellen, hat somit eine entspannende und gesunde Wirkung. Wieder mal unglaublich viele Asiaten dort, die anscheinend voll auf Spas abfahren.
An unserem letzten Tag Ernüchterung: Dauerregen schon am Morgen. Wir wollten uns aber dennoch von unserem ursprünglichen Plan nicht abbringen lassen, einen der Naturparks zu besichtigen, also ging es ab zum Rainbow Springs Wildlife Park. Glücklicherweise gab es dort Schirme (die im Endeffekt aber auch nicht viel gebracht haben). Also haben wir jede Menge Natur, einheimische Vögel und Tiere gesehen und waren total durchnässt. Highlight waren hier wieder mal Tiere, diesmal absolut knuffige Wallabys, eine Art Mini-Känguruh.

Als wir durch waren, haben wir uns gewundert, wo denn der tolle Wasserfall und die bunten Vögel aus dem Prospekt waren...bis wir festgestellt haben, dass das der Rainbow Springs Nature Park ist, der widerrum am anderen Ende von Rotorua liegt. Naja, egal, war trotzdem nett. Zurück gings dann nach Auckland, wo wir dann nach einer kurzen Orientierungslosigkeit schließlich doch noch die Autovermietung gefunden haben und das Auto heil abliefern konnten.
Mal um Vergleich zu ermöglichen:
Zurückgelegte Kilometer: ca. 550 km
Kosten Benzin: ca. 60 $ (= ca. 30 Euro (!!))
Kosten Mietwagen: 27 $ pro Tag (x 3 = 81 $) + 36 $ Versicherung = 117 $ total (ca. 60 Euro)
Kosten Hostel: ca. 140 $ für 2 Tage in Doppelzimmer mit eigenem Bad für zwei Personen (!!)
Alles in allem ist es also sehr günstig hier zu reisen. Wird vielleicht nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich mir hier ein Auto miete. Das lohnt sich wirklich!
Skytower
Vorgestern wollten wir zum Abschluss noch etwas besonderes machen. Wir haben uns entschlossen uns ein schickes Abendessen im Skytower von Auckland zu genehmigen. Zur Erinnerung: Der Skytower ist das Wahrzeichen von Auckland und mit 328 Metern Höhe der höchste Turm der südlichen Hemisphäre. Relativ weit oben befindet sich das Orbit Restaurant (passender Name!). Das Besondere: Neben der köstlichen Speisekarte genießt man von hier oben eine 360° Aussicht über Auckland, denn während des Essens dreht sich das gesamte Restaurant (ca. eine Umdrehung pro Stunde). Bei der Aussicht hat man fast vergessen, dass man zum Essen gekommen ist. Die Preise waren auch vollkommen okay (30 $ pro Nase Mindestverzehr, waren nur knapp drüber inkl. sehr gutem 1-Gang-Essen und Wein).

Heute hieß es dann wie gesagt Abschied nehmen. Zurück bleiben super tolle drei Wochen, in denen wir sehr viel gesehen und erlebt haben. Die nächste Zeit ist für mich erst mal etwas weniger Reisen angesagt, denn in den nächsten Wochen schlägt die Uni ganz schön zu. Nächste Woche schon zwei Abgaben für Assignments bzw. Projekte und dann ist es auch schon nicht mehr lange bis zu den ersten Klausuren, die Zeit verfliegt hier wirklich...





